DIE GESCHICHTE DES KAFFEESDeutschland wird Kaffeeland

 

 

Deutschland wird Kaffeeland

1673 öffnete das erste deutsche Kaffeehaus in Bremen seine Pforten. Doch es dauerte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, bis der Kaffee die Trinkgewohnheiten der Deutschen vollends verändert und das „traditionelle deutsche Frühstücksgetränk” – Bier bzw. Biersuppe – verdrängt hatte.

Denn dass der Kaffee die Sinne und den Verstand nicht in Nebelwolken hüllte, sondern schärfte, erregte den Unwillen der regierenden deutschen Fürsten und Könige.

Schließlich entwickelten sich die Kaffeehäuser allerorten zu „Kommunikationszentren”, in denen sich Angehörige aller Schichten und Berufsgruppen trafen, um bei einer Tasse Kaffee, Tee oder Schokolade über aktuelle politische, wirtschaftliche und kulturelle Themen zu diskutieren. Insbesondere in Preußen hatte man deshalb gegenüber dem Muntermacher aus den Tropen schärfste Vorbehalte.

Als 1721 in Berlin das erste Kaffeehaus eröffnete, gab es davon in Paris bereits 380. Und so verwundert es wenig, dass der Preußenkönig Friedrich der Große seinen Untertanen im Jahre 1768 das Kaffeetrinken (wie auch den Konsum von Tee) bei Strafe untersagte. Schon bald jedoch wurde das Verbot aufgehoben und das Handelsgut Kaffee vom Staat als lukrative Einkunftsquelle entdeckt. Legitimiert durch das staatliche Kaffeemonopol ist Kaffee seither mit Einfuhrzöllen und Steuern belegt.