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Die Kaffee-Ernte
Bei der Ernte der reifen Kaffeekirschen unterscheidet
man zwei Verfahren:
1. Picking
So nennt man das Pflücken der Kirschen von Hand.
Insbesondere in Anbauregionen mit ganzjähriger
Ernte, wo sich ständig Blüten, reife und unreife
Kirschen an einem Strauch finden, gehört zu diesem
Auslese-Verfahren viel Geschick und Erfahrung.
Es leuchtet auch ein, dass dieses aufwändige Ernteverfahren,
das Spitzenqualitäten garantiert, den Preis des
Kaffees erhöht.
2. Stripping
Das Abstreifen der Kirschen von den Sträuchern
mit speziellen Kämmen von Hand bzw. maschinell.
Diese Methode ist schneller und daher preiswerter. Allerdings
werden hierbei auch unreife oder überreife Kirschen
mit abgeerntet. Die auf dem Boden oder in Tüchern
gesammelten Früchte werden von der Plantage zu
Sammelstellen transportiert und umgehend dem nächsten
Schritt der Rohkaffee-Herstellung zugeführt.
Die Aufbereitung
Auch für das Herauslösen der Kaffeebohnen
aus der Fruchthülle gibt es zwei verschiedene Methoden.
Hieraus leiten sich die Bezeichnungen für zwei
unterschiedliche Qualitätskategorien ab: ungewaschene"
(unwashed) bzw. gewaschene" (washed) Kaffees.
1. Trockenaufbereitung
Bei dieser weniger aufwändigen wasserfreien"
Methode werden die Kaffeefrüchte für einige
Tage in der Sonne getrocknet und gewendet, bis das
die Bohnen umgebende Fruchtfleisch trocken ist und
die Bohnen im Inneren beim Schütteln klappern.
Danach werden die Früchte geschält und
die Bohnen von Fruchtfleisch, Pergamenthülse
und Silberhäutchen befreit.
2.
Nassaufbereitung
Bei diesem Verfahren werden die Früchte zuerst
in Wasser geschlämmt, wobei Verunreinigungen
und minderwertige, schwimmende Früchte entfernt
werden. Danach werden die Bohnen unter fließendem
Wasser von der inzwischen aufgequollenen Fruchthülle
befreit (entpulpt), anschließend kommen die
noch mit Pergament umhüllten Bohnen zur Fermentation
in große Wasserbecken. Im letzten Schritt werden
die Bohnen von der Pergamenthülle befreit (gewaschen)
und in der Sonne (oder maschinell) getrocknet.
Für Arabica-Kaffees kommen beide Aufbereitungsverfahren
zur Anwendung. Im Welthandel werden die Washed
Arabicas" als Milds" bezeichnet und
zwar je nach Herkunft als Colombian Milds"
oder Other Milds". Die trocken aufbereiteten
Sorten werden als Brazilian & Other Arabicas" klassifiziert.
Robustas hingegen werden in aller Regel trocken aufbereitet.
Als Handelsware rangieren sie daher
auch im unteren Bereich der Preisskala.
Erst nach der Aufbereitung (Befreiung vom Fruchtfleisch)
spricht man von Rohkaffee. Jetzt werden die Bohnen
noch
nach Größe, Gewicht und Farbe sortiert, verlesen
und manchmal auch noch poliert. Danach sind die Kaffeebohnen
bereit zum Einsacken in 60 bis 70 kg fassende Säcke
aus Sisal oder Jute.
Lagerung und Verschiffung
Zumeist wird der Rohkaffee nicht sofort zur Verschiffung
verladen, sondern in gut belüfteten Hallen oder
Schuppen zwischengelagert. Hier wie auch beim
Schiffstransport in feuchtigkeitsgeschützten Spezial-Containern wird peinlich genau auf Faktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit
und geruchsneutrale Lagerung der kostbaren Rohware geachtet. Per
Schiff gelangt der Kaffee in die Zielländer, wo
er je nach Qualitätsanspruch
des Kaffeeherstellers noch ein weiteres Mal verlesen
oder nachgetrocknet wird. Die Röstung des Rohkaffees
erfolgt in aller Regel erst im Importland, da die Lagerfähigkeit
von geröstetem Kaffee sehr begrenzt ist (2 bis
3 Wochen bei Raumtemperatur). Für längere
Lagerung muss der Kaffee vakuumiert und tiefgekühlt
werden.
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