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Der Kaffee erreicht Europa
1554 wurde von den beiden Kaufleuten
Hakim von Aleppo und Dschems von Damaskus in der damaligen
türkischen Hauptstadt Konstantinopel (heute: Istanbul)
das erste Kaffeehaus auf europäischem Boden eröffnet.
Reisende verbreiteten die Kunde von dem ungewöhnlichen
neuen Getränk nach und nach auf dem europäischen
Festland.
Der Augsburger Medicus Leonhart Rauwolf, der von 1573
bis 1576 den vorderen Orient bereist hatte, verfasste
1582 einen Reisebericht, in
dem er als erster Europäer Details über Ausschank
und Grundstoff des Kaffeegetränks beschreibt.
1592 verfasste der italienische Arzt und Botaniker
Prosper Alpinus nach mehrjährigen Reisen durch Ägypten
ein Werk mit ersten detaillierten Beschreibungen und Zeichnungen
von Kaffeepflanze und -frucht.
Anfang des 17. Jahrhunderts
gelangten allererste, mengenmäßig noch bescheidene
Kaffeelieferungen nach Europa. Insbesondere Hafen- und
Handelsstädte wie Venedig, London, Amsterdam, Marseille,
Bremen und Hamburg entwickelten sich zu ersten europäischen
Zentren des Kaffeeverbrauchs und -umschlags.
Etwa ab 1650 kann von einem
regen Handel mit Kaffeebohnen gesprochen werden. Als ein
herausragendes historisches Datum der Kaffeegeschichte
gilt 1683, als die Belagerung
Wiens durch die Türken mit einer vernichtenden Niederlage
der Osmanen endete. Die von den türkischen Truppen
zurückgelassenen Kaffeebestände wurden zum Grundstock
der Wiener Kaffeekultur. In den deutschen Regionalstaaten
verbreitete sich der Kaffee aus politischen Gründen
weitaus zögerlicher als in den europäischen
Nachbarstaaten.
Kaffeehaus-Eröffnungen in Europa
1645
Venedig
1650 Oxford
1652 London
1659 Marseille
1663 Amsterdam
1672 Paris
1673 Bremen
1677 Hamburg
1683 Wien
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1696
Nürnberg
1697 Würzburg
1704 München
1721 Berlin |
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