DIE GESCHICHTE DES KAFFEESDie Kolonialware Kaffee

 

 

Die Kolonialware Kaffee

Im 16. Jahrhundert war der Kaffeeanbau fest in arabischer Hand und der Kaffeebedarf wurde fast vollständig mit Bohnen aus dem Südjemen gedeckt. Die arabischen Plantagenbesitzer und Fernhändler, die um den Wert ihres „grünen Goldes” (der ungerösteten Bohnen) wussten, hüteten die Kenntnisse der Kaffeekultivierung wie ein Staatsgeheimnis.

Plantagen und Zuchtpflanzungen wurden streng bewacht, durch Übergießen mit heißem Wasser wurde die Keimfähigkeit der zum Verkauf bestimmten Bohnen abgeschwächt.

Doch angesichts der steigenden Kaffeenachfrage war es nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Pflanzen außer Landes gelangten. Im 17. Jahrhundert hatten mit Ausnahme von Frankreich alle europäischen Kolonialmächte Kaffeepflanzen oder keimfähige Bohnen in ihren Besitz gebracht. Trotz der Vorherrschaft der Seemächte Spanien und Portugal in der ersten Phase der Kolonialisierung wurde die Verbreitung des Kaffees vor allem von den Niederländern vorangetrieben.

Sie gründeten 1602 die Ostindische und 1621 die Westindische Kompanie, um ihre Handelsinteressen auf alle Erdteile auszudehnen. Bereits 1648 brachten die Niederländer in Amsterdam kultivierte Kaffeepflanzen nach Ceylon, später sorgten sie systematisch für den Anbau auf Java, Sumatra, Bali, Timor und Celebes.

Im Verlauf des 18. Jahrhunderts wurde der Kaffee von den Kolonialmächten in fast alle Gebiete der Erde gebracht, die für den Kaffeeanbau geeignet waren. Frankreich und England waren zu dieser Zeit insbesondere bei der Verbreitung des Kaffees in Lateinamerika aktiv. Während die Kolonialisierung für die betroffenen Länder ein dunkles Kapitel ihrer Geschichte einläutete, bescherte sie den westlichen Handelsmächten märchenhafte Gewinne.