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Das Welthandelsgut Kaffee
Mitte des 19.
Jahrhunderts hatte sich der
Kaffee in vielen Ländern als Volksgetränk etabliert und die Bedeutung als Handelsgut stieg rasant:
Lag der weltweite Bedarf um 1850
bei etwa 300.000 Tonnen, so wurde kurz nach 1900 bereits die Grenze von 1 Million Tonnen überschritten.
Heute liegt die weltweite Kaffeeproduktion in einer Größenordnung
von etwa 6,9 Millionen Tonnen und Kaffee ist nach dem
Erdöl die zweitwichtigste Handelsware überhaupt.
Entsprechend der zunehmenden Handelsbedeutung des Kaffees
wuchsen auch die Probleme für die Erzeugerländer,
die von den Kaffeeexporten meist wirtschaftlich abhängig
sind. Verdorbene Ernten oder Preisverfall durch Überproduktion
können ihren Staatshaushalt an den Rand des Bankrotts
bringen.
So war es bis in die sechziger Jahre des 20.
Jahrhunderts in vielen Anbauländern üblich,
Kaffeeüberschüsse zu vernichten, um die Preise
stabil zu halten. Mit dem Ziel, den Markt und die Preise
zu regulieren, wurde 1962 von
50 Erzeuger- und 26 Verbraucherländern ein Welthandelsabkommen
unterzeichnet. Festgelegte Produktionsquoten sollen seither
jedem Erzeugerland einen Anteil am Weltmarkt garantieren
und den Verbraucherländern im Gegenzug günstige
Importpreise sichern. Dennoch ist der internationale Kaffeehandel
bis heute ein Betätigungsfeld für Spekulanten,
die z. B. durch Gerüchte versuchen, die Ertragserwartungen
und damit die Preise zu ihren Gunsten zu manipulieren.
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